Chirurgische Händedesinfektion - Anleitung

Chirurgische Händedesinfektion

Im Bereich der Krankenhaushygiene, insbesondere bei der ärztlichen Tätigkeit am geöffneten Körper, sind besondere Maßnahmen beim Desinfizieren der Hände erforderlich. Vor chirurgischen Eingriffen ist die Desinfektion gemäß DIN EN 12791 vorgeschrieben:

 

  1. Am Beginn steht das gründliche Waschen der Hände, das mindestens eine Minute andauern sollte. Empfehlenswert ist die Verwendung einer milden Waschlotion, um den Säurehaushalt und die Selbstschutzfunktion der Haut nicht in Mitleidenschaft zu ziehen. Nach dem Waschen folgt das gründliche Abspülen der Waschlotion mit klarem, fließenden Wasser.

  2. Das Abtrocknen der Hände darf nur mit einem sterilen Tuch oder einem Einweghandtuch erfolgen.

  3. Nun erfolgt der Auftrag eines alkoholischen Desinfektionsmittel, vorzugsweise aus einem an der Wand befestigten Spender. Der Auslasshebel des Spenders darf nicht mit den Händen bedient werden, sondern ausschließlich mit dem Ellenbogen.

  4. Der Auftrag des eigentlichen Desinfektionsmittels umfasst neben den Händen auch die Unterarme einschließlich der Ellenbogen. Die Verteilung sollte in mehreren Teilschritten erfolgen. Wichtig ist dabei der gleichmäßige Hautauftrag. Diese Phase sollte - je nach verwendetem Mittel - zwischen einer und drei Minuten in Anspruch nehmen.

  5. Nun folgt der erneute Auftrag von Desinfektionsmittel auf die Hände und die untere Hälfte der Unterarme. Auch diesmal sollte die Applikationszeit zwischen einer und drei Minuten liegen.

  6. Das Desinfektionsmittel muss so lange eingerieben werden, bis die Haut vollständig trocken ist. Es darf kein Nachtrocknen mit einem Handtuch erfolgen. Erst, wenn die Haut keinerlei Feuchtigkeit mehr aufweist, dürfen die Einweghandschuhe übergezogen werden.

Älterer Post